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Faszination Blitzlichtfotografie.

Hell-Dunkel-Messung

Schwierige Kontraste verführen den Automatikblitzbetrieb


Auf Ihren Aufnahmen erscheinen Mohren und Bleichgesichter, doch fotografiert hatten Sie eigentlich Tante Frieda und Onkel Otto. Ganz offensichtlich bestand bei diesen Aufnahmen ein massives Ungleichgewicht in Ihrem Messfeld zwischen den hellen und den dunklen Farbwerten. Sie haben hier die Möglichkeit, den Anwendungsbereich des Automatikblitzbetriebes zu erweitern.


Der Sensor im Automatikblitzbetrieb misst integral, d. h. er misst den Durchschnittshelligkeitswert des gesamten Messfeldes, ohne dass er dabei einen bestimmten Bildteil berücksichtigt. Damit haben sie die Sicherheit, dass der Automatikblitzbetrieb Ihnen immer den korrekten Blendenwert liefert, wenn das Hell-Dunkel-Verhältnis des Bildes etwa 1:1 beträgt.
Arbeiten Sie aber im Extrembereich und nehmen Sie ein Bildfeld ins Visier, in dem das Hell-Dunkel-Verhältnis vollkommen unausgewogen ist, so bestimmt der übergewichtige Helligkeitswert das Messergebnis des Automatikblitzbetriebes. Eine dunkel gekleidete Person vor einer großen weißen Wand wird - da Weiß bildbestimmend wirkt - noch dunkler wiedergegeben. Denn der Automatikblitzbetrieb verschiebt das Weiß als den überwiegenden Helligkeitswert nach Grau hin und überlagert damit zusätzlich die ohnehin schon dunkle Person. Eine weiß gekleidete Person vor einer großen schwarzen Wand wird folgerichtig überbelichtet, da der Automatikblitzbetrieb hier versucht, das bildbestimmende Schwarz nach Grau hin aufzuhellen. Mit aufgehellt wird die ohnehin weiße Person.


Geblitzte Anmut mit Metz mecablitz: Blütenaufnahmen von Katrin Sdun-Heinlein

In solchen Grenzfällen muß der Fotograf korrigierend eingreifen. Bei der Aufnahme einer hell gekleideten Person vor einer schwarzern Wand wird die Automatikblendenzahl gegenüber der Kamerablendenzahl um eine Stufe kleiner eingestellt (z. B. Kamera 8, Computer 5,6). Dadurch strahlt das Blitzgerät um eine Blendenstufe weniger Licht ab und verhindert so die Überbelichtung der Person. Bei der dunkel gekleideten Person vor der weißen Wand wird entgegengesetzt verfahren, also an Kamera Blende 8 und am Blitzgerät die Automatikblende 11.

Eine andere Methode zur Bewältigung solcher Grenzfälle ist, auf manuellen Blitzbetrieb umzuschalten und die einzustellende Kamerablende am Blendenrechner des Blitzgerätes abzulesen oder mit der Leitzahlformel

Blende = Leitzahl : Aufnahmeentfernung

zu berechnen. Mit dieser Methode werden die verschiedenen Helligkeitswerte des Aufnahmefeldes zwangsläufig richtig im Bild wiedergegeben.